Der 27. Allgäu Triathlon in Immenstadt, ausgetragen als Deutsche Meisterschaft über die Mitteldistanz fand mit 4 Spiridonis statt: Heike Dehmer, Bernd Malle, Chistian Biehl und Jörg Reiss. Die Strecke: 2Km Schwimmen im Großen Alpsee, 96Km in 2 Runden mit mehreren sehr anspruchsvollen Steigungen bis zu 16%, insgesamt 1300Hm und 20 Km Lauf in 2 Runden – flache Strecke in und rund um Immenstadt mit 2 Wendepunkten.

Schwierige äußere Bedingungen am Wettkampftag: Dauerregen am Vortag, Temperaturabfall, Dauerregen zu Beginn des Wettbewerbs, starker, teils stürmischer Wind, später dann strahlende Sonne bei klarem Himmel bis 26 Grad.

Bernd Malle, unser Extrem-Athlet in der AK 70 hatte sich große Chancen ausgerechnet die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Neben ihm startete noch ein Athlet in seiner AK. Das Podium war greifbar. Zudem sollte dieser Tag sein 10. Finishing in Immenstadt werden. Für uns drei anderen galt in erster Linie die Freude an der Traditionsveranstaltung (Hier ist die Wiege des deutschen Triathlon), das Finish vor der Kulisse der prachtvollen Allgäuer Bergwelt.

Schwimmen:
Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen hatte der Alpsee unruhiges Wasser. Die Wassertemperatur soll 20 Grad betragen haben. Die Hinstrecke erfolgte im Gegenwind, was heftigen Wellengang zu Folge hatte. 1000 Meter gegen den Wind und ein 750 Mann starkes Teilnehmerfeld. Großes Gedränge. Die Frauen (150 Teilnehmerinnen) starteten 30 Min. zuvor bei noch stärkerem Wellengang. Typisch Allgäu-Triathlon (einfach und unaufgeregt) war die einzige Wassermarkierung die Wendeboje bei 1000m. Der Rückweg zum Schwimmausstieg mit Rückenwind war weitaus angenehmer zu bewältigen.

Radfahren:
Auch hier herrschte noch Dauerregen und starker, kühler Wind. Jetzt galt es extrem vorsichtig zu sein, denn die Radstrecke birgt große Gefahren bei den steilen Abfahrten schon in trockenem Zustand. Auf den ersten 16 Km der Runde geht es hauptsächlich bergan. Gleich nach ca. 2Km beginnt der berühmte Kalvarienberg, ein 16%ter ca. 800 m lang. Hier stehen hauptsächlich die Einheimischen mit ihren Kuhglocken und sorgen für mächtige Stimmung. Tourfeeling im Allgäu. Auch am Ende des langen und steilen Anstiegs am Ettersberg stehen trotz Regens zahlreiche Unterstützer und feuern die keuchenden Athleten an. Klasse. Auf der zweiten Runde lies der Regen nach. Die Rundenzeit verbesserte sich erheblich. Die Athleten kamen alle heil in die 2. Wechselzone ins Stadion.

Laufen:
Die Laufstrecke ist mit 2 mal 10Km und 2 Wendepunkten recht abwechslungsreich gestaltet. Die Passage durch die Innenstadt über den Marktplatz und zurück mit zahlreichen Zuschauern, Musik und Moderation sorgten für Hochstimmung bei den Athleten. Auch die Durchgangspassagen im Stadion sind motivierend, auch wenn jeweils ein kleiner Damm zu überwinden ist, der in der Schlussrunde doch schon spürbar schmerzt. Hier waren unsere Laufzeiten recht unterschiedlich. Christian lief mit 1:25 h eine gute Zeit. Heike und auch Ich gingen es eher langsamer an. Für mich war das der erste 20Km-Lauf nach 6 Jahren Wettkampfabstinenz. Da kann ich mit den 1:44 h sehr zufrieden sein. Muskulatur und Gelenke hielten stand. Heike lief 2h glatt.

Und wo war Bernd ???
Der große Tag endete für Bernd nach dem Schwimmen. Beim Schwimmausstieg verlor er aufgrund von leichtem Schwindel das Gleichgewicht und rutschte auf dem matschigen Untergrund aus und stürzte derart, dass er das Rennen nicht mehr fortsetzen konnte. Tragisch so aus dem Wettbewerb auszuscheiden. Die spätere ärztliche Überprüfung ergab eine gelenksnahe Trümmerfraktur des linken Oberarmknochens. Er wurde am Samstag sofort operiert und im Kreiskrankenhaus Immenstadt sehr gut ärztlich und pflegerisch betreut. Wir besuchten ihn die nächsten 3 Tage und versorgten ihn mit süßen Leckereien (Streusel- und Zwetschgenkuchen).

German Altenried, Veranstalter und Ausrichter, hat ihn persönlich im Krankenhaus besucht und ihn für nächstes Jahr eingeladen, egal ob als Athlet oder Zuschauer - eine sehr schöne Geste. Hier kommt die familiäre Atmosphäre der gesamten Veranstaltungsorganisation sehr gut zum Ausdruck.

Fazit:
Trotz des anfangs schlechten Wetters ist der Allgäu-Triathlon landschaftlich sehr schön, sportlich sehr anspruchsvoll und organisatorisch Top. Im Gegensatz zum überkommerziellen Ironman-Fieber, ist hier Triathlon pur geboten. Fast schon familiär, einfach sympathisch. Eine sehr gute Verpflegung auf der Strecke wie im Ziel, der es an nichts mangelte (Obsttheke, Kuchen, Joghurt; Erdinger Alkoholfrei, etc) Auf jeden Fall eine Reise wert. Im kommenden Jahr werden hier die Weltmeisterschaften über die Langdistanz ausgetragen.

http://www.allgaeu-triathlon.de/

[ Heike Dehmer, Jörg Reiss, Fotos von Heike Dehmer und Finisher-Fotos: Speedpic.de]

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