4.Wettkampf und Saisonabschluss der 5.HTL Herren am 8. September 2013 in Baunatal

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Erneut trafen sich die Herren der hessischen Triathlonligen in dem nordhessischen Baunatal. Nachdem man sich vor zwei Wochen noch am Twistesee vergnügte, ging es am Sonntag über die A5 in den Norden nach Baunatal bei Kassel. Die Veranstaltung wurde von der Triathlon Abteilung des KSV Baunatal ausgetragen und fand im Schwimmbad (25m Bahn) und auf dem direkt danebengelegenen Parkstadion-Baunatal (Anmeldungen, Wechselzone, Start und Ziel) statt. Bei Ankunft begrüßten uns das regnerische-Wetter und unser Teamkollege Sven Georg, der bereits am Samstag angereist ist. Im Rahmen der 5.HTL in Baunatal am 9. September 2013 stellten sich Sven Georg, Marco-Ken Möller, Justin Pawlowski und Christian Weber bei spätsommerlichen Temperaturen der Herausforderung.

Der als „Jagdrennen“ ausgeschriebene Wettkampf hatte seinen Beginn im Hallenbad über eine Distanz von 750m Schwimmen, danach ging es in das Parkstadion-Baunatal, wo sich die Wechselzone befand und die anschließende Radstrecke seinen Start und Ende hatte. Bei diesem Wettkampfformat müssen gemeinsam 750 m schwimmend, 20 km auf dem Rad und 5 km laufend zurückgelegt werden. Mit der Mindestanzahl von vier Teilnehmern sind wir an den Start gegangen, es war um so wichtiger bei den drei Disziplinen zusammenzuhalten, oder wer unternimmt eine zweistündige Fahrt am Sonntag nach Baunatal, um dann eine Disqualifikation zu bekommen?!

 Das Schwimmen verlief mit einer Gesamtzeit von 0:16:10 einwandfrei und wir freuten uns, an dem weiterführenden „Bike and Run“ teilzunehmen.

In den Abständen der Schwimmzeiten ging es anschließend nach einstündiger Pause auf die Rad- und Laufstrecke. Das Wetter spielte mit und zum Start auf die Radstrecke ging das Jagdrennen auf trockener Straße los, obgleich die Temperaturen sehr kühl waren und der Wind auffrischte. Sven Georg und Christian Weber bewiesen dabei starke Beine und drückten Marco-Ken Möller und Justin Pawlowski Radzeit auf der Radstrecke, hervorzuheben ist die Schubleistung von Sven. Nach Unstimmigkeiten und Verwarnung durch die Schiedsrichterin erforderte es höchste Konzentration und Disziplin das Team zusammen zu halten. Mit einem Radsplit von 0:45:45 erreichte die Mannschaft die Wechselzone. Der Regen war verschwunden, so dass wir bei Sonnenschein auf den 2,5km langen Laufrundkurs gingen und auch hier das Tempo nicht überstrapazierten. Beim Laufen hatte ich dann Gelegenheit Sven Georg 5.000Meter lang auf das Ziel vorzubereiten. „Komm schon – es sind noch 3200 Meter und dann das alkoholfreie Bier…“ „ Das sieht toll aus – ganz tolles Läuferdreieck!“ Das Ziel haben wir nach 0:23:25 gemeinsam und ohne Disqualifikation erreicht - Mission accomplished.

Im Rahmen der letzten Veranstaltung hat Spiridon Frankfurt mit einer Gesamtzeit von 1:25:23 den 12. von 13 teilnehmenden Vereinen belegt. In der Abschlusstabelle belegte das Team den 12. Platz bei 16 teilnehmenden Vereinen.

Mit dem Abschluss der letzten Veranstaltung bin ich froh, die Liga-Saison abgeschlossen zu haben. Statt zwei Starts hab ich die Mannschaft zusätzlich bei den ersten zwei Veranstaltungen spontan unterstützt, so dass für mich nun endlich der Herbst und die Marathon Vorbereitung beginnt. Die Fahrerei und die Wochenendplanungen waren sicherlich sehr mühsam, jedoch hat war es eine tolle Atmosphäre in derMannschaft zu starten. Die Planung für die Saison 2014 hat bereits begonnen. Mit den Neuzugängen wurde bereits kommuniziert und koordiniert, so dass die weitere Planung fortgesetzt werden sollte. Entsprechend lasst uns auf die Saison 2014 schauen!

Soweit die offizielle Berichterstattung, hier der Bericht eines Insiders:

Eine Amsel zwitschert leise aus einer sich im Wind wiegenden Baumkrone. Es riecht nach Sommer. Die langsam aufgehende Sonne küsst zärtlich den Horizont. Federwölkchen zieren den azurblauen Himmel – jedenfalls irgendwo im mediteranen Raum.

In Baunatal, dem Austragungsort des letzten Triathlons der Hessenliga-Saison regnet es wie aus Eimern. Der letzte Wettkampf ist ein Jagtrennen. Die Mannschaft besteht dieses mal nur aus vier Teilnehmern: Christian, Justin, Marco und Sven.

Anreise ist gefühlt kurz nach Mitternacht um die knapp 200 km zum Austragungsort des Dreikampfes pünktlich zu erreichen – jedenfalls für die die ersten drei der Mannschaft. Ich reise einen Tag früher an und übernachte bei der Verwandtschaft. So bekomme ich mindestens acht Stunden Schlaf und bin topfit. Soweit der Plan.

Wir treffen uns um 9 Uhr wie locker verabredet an der Wettkampfleitung. Die Stimmung ist trotz des Wetters gut. Schnell finden wir heraus dass die 750 Meter Schwimmen im Hallenbad stattfinden sollen. Unklar ist scheinbar in welcher Gruppe, da es widersprüchliche Angaben zu den Zeiten, Bahnen, und startenden Mannschaften gibt. Wir fragen einen Menschen im roten T-Shirt. Der weiß was. Wir ziehen uns um und duschen also erst einmal. Wir fragen einen weiteren Menschen im roten T-Shirt. Der weiß auch was. Dumm nur - er weiß etwas komplett anderes. Er ruft uns mit anderen Verwirrten in eine Kabine zur Besprechung. Jetzt wird klar - wir können teilnehmen. Und zwar auf Bahn 6. Ich erwähne dies da es sich später als Glück herausstellen soll dass wir die breite Außenbahn zugeteilt bekommen.

Justin, der 1,97 Meter große Schlussschwimmer unseres Teams hat sich für das Brustschwimmen entschieden. Mit ausladenden Schwimmbewegungen bringt er uns nach dem Verlust von Badekappe, Ohrenstöpseln und Brille als letztes Team aus dem nassen Element. Christian nutzt zuvor, als erster kraulschwimmend seine Führung, um nach dem Wenden den Boden des Schwimmbeckens nach Wertsachen abzusuchen. Ich überlege kurz ob ich nur so zum Posing eine Bahn Delfin einstreuen soll, als mir wieder einfällt dass ich diese Lage überhaupt nicht beherrsche. Schade eigentlich.

Die Stimmung steigt nahezu ins unermessliche als wir erfahren dass wir nur drittletztes Schwimmteam sind. Ein Hoch auf alle Brustschwimmer. Nun geht es also wieder zurück in das Stadion des KSV-Baunatal. Die zuvor sorgfältig eingecheckten Räder stehen an ihren Plätzen in der frischgemähten Wechselzone. Jeder hat sein Rad zuvor aufs peinlichste genau präpariert. Naja - jedenfalls fast. Marco muss sich ein fremdes Rad leihen, da sein eingefahrener Zeitbullide nicht den DTU Bestimmungen entspricht. Justin muss einen gebrauchten Tag erwischt haben. Als ich mich das erste Mal beim Radfahren umdrehe sehe ich den fast 2 Meter-Menschen auf einem „Kinderrad“ auf der zweiten Disziplin. Seine Sattelstange hat sich komplett zurückgezogen. Er fährt trotzdem weiter. RESPEKT. Meine Anfeuerungen erreichen das Team nur bruchstückhaft, da der Ziehharmonika-Effekt  erbarmungslos zugeschlagen hat. Eine gewisse Heike D. macht uns darauf aufmerksam und verkündet bequem auf einem Motorrad sitzend, dass es beim nächsten Mal wohl eine gelbe Karte gäbe. Wir reißen uns zusammen und kurbeln die nächsten Kilometer erst einmal im Teamverband. Ehrgeiz, Übertraining, und andere mir nicht bekannte Gründe lassen unseren geschlossenen Vierer wieder auseinanderreißen. Ich verliere die Nerven – so kann es nicht weitergehen. Ein verstohlender Blick nach hinten zu eventuell aufkommenden Wettkampfrichtern - dann beginne ich das Team wieder zusammenzuschieben. Mit einem beherzten Griff auf die Schulter der Mitstreiter schiebe ich Marco und Justin die Anhöhen hinauf. Christian versucht sich als Windbarriere. Auf diese Weise holen wir mindestens 30 Minuten auf. Das hinter uns gestartete Team überholt uns trotzdem. Wahrscheinlich waren die aber voll bis unter die Helmkrempe mit EPO und anderen leistungssteigernden Mittelchen.

Ich höre erneut das Geräusch eines herannahenden Motorrades. Danach die Elbenstimme von Heike D. – wir bekommen die gelbe Karte und ein bezauberndes Lächeln. Wir fahren weiter und erreichen nach der übrigens komplett abgetrockneten Radstrecke wieder die Wechselzone und begeben uns nun auf die Laufstrecke. Der gelbe Fixstern im Zentrum unseres Systems wärmt nun den Planeten. Nach wenigen Metern macht mir die extreme Höhe in Baunatal zu schaffen – ich leide extrem unter dem Sauerstoffmangel. Die anderen mussten sich besser auf dieses Extrem vorbereitet haben – jedenfalls liefen Justin, Christian und Marco deutlich sportlicher um das Areal. Ich versuche mein Taumeln im Griff zu behalten und kann nur durch das Stützen von Marco die Richtung halten. Unsere Laufpace beträgt in diesem Moment geschätzte die 2:35 min/km. Ich berühre den Boden kaum noch. Justin und Christian drücken den immer zäher werdenden Wind vor mir und Marco beiseite. Marco pusht mich indem er mir verrät, dass eine gewisse Tamara W. im Ziel gekühlte Cocktails serviert. Nach dem zwischenzeitlichen vergehen von vier Jahreszeiten erreichen wir das Stadion mit dem Zieleinlauf. Alle sind gekommen um uns zuzujubeln. Jan Frodeno, die Kanzlerin, Dieter Bohlen und sogar Elvis stehen auf der Tribüne und geben sich völlig aus dem Häuschen der Ekstase hin.

Nach dem wiedererlangen meines Realitätssinnes bekomme ich zunächst wieder einen aufrechten Gang und kann alleine atmen. Wir sind alle gesund im Ziel und genießen das schöne Wetter. Keine Stürze und die Aussicht es beim nächsten mal noch besser machen zu können lassen das Team frohen Mutes die Heimreise antreten. Die Platzierung war eher unwichtig. Der Mannschaftsgeist stand bei diesem Wettkampf klar im Vordergrund. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass dieser Wettkampf auf alle Fälle zu den unvergessenen zählen wird.

PS. Badekappe, Ohrenstöpsel und Brille sind wieder aufgetaucht und Christian hat am Beckengrund nichts gefunden.

Marco Ken Möller und Sven Georg