| Silvesterlauf - Geschichte, Zahlen und Sieger |
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GeschichteGeschichte des Spiridon Silvesterlaufs Am 31.12.1979 wurde der erste Silvesterlauf, damals „Großer Frankfurter Silvesterlauf“, von Spiridon gestartet. Die Startnummernausgabe fand vor dem alten Umkleidegebäude an der Babenhäuser Landstraße an einigen Tischen statt und gelaufen wurde die 10 km Runde, die im Stadtwald – übrigens aus Anlass dieser Veranstaltung! – ausgezeichnet ist. Die noch junge Laufbewegung knüpfte mit dem Silvesterlauf bewusst an das große Vorbild in Rio de Janeiro an. Das hatte auch schon etwas mit ziemlich viel Selbstbewusstsein und einem eigenen Lebensgefühl zu tun. Es waren 600 Teilnehmer am Start. Das war eine gewaltige Menge für Frankfurter Verhältnisse. Es gab keine sonstigen Volksläufe in Frankfurt, weder auf der Straße noch im Wald (der Hoechst-Marathon als Vorläufer des Frankfurt Marathon wurde erst drei Jahre später zum ersten Mal ausgetra-gen). Es gab lediglich Veranstaltungen der Leichtathletikvereine über die Langstrecke bspw. über viele Jahre ein interessantes Kräftemessen im Riederwald. Dort waren in guten Zeiten etwa 150 Teil-nehmer am Start, die nach Altersklassen unterteilt auf die Strecke geschickt wurden. Aber dass Jedermann starten konnte, ohne Vereinszugehörigkeit und Trikot und es dennoch für alles Ergebnislisten, Urkunden und für die Ersten Preise gab, das war vollkommen neu. Die Ergebnisse der ersten Läufe wurden per Hand gestoppt, und bis die Ergebnisse zusammengesetzt waren, waren mindestens zehn Helfer bis nach Mitternacht, also bis ins nächste Jahr! beschäftigt. Die Siegerehrung der ersten drei fand direkt am Ziel statt. Gerhard Schroeder hat als damaliger Vorsitzender die Siegerehrung von einem LKW-Anhänger aus vorgenommen, der dort aufgestellt wurde. Organisiert wurde der erste Lauf von Wilfried Matzke.
Die „Silvesterlauf-Welt“ hat sich mittlerweile gründlich gewandelt:
Die Voranmeldung erfolgt über das Internet, die Startnummern werden in
der riesigen und warmen Wintersporthalle ausgegeben, es laufen heute in
guten Jahren vier Mal so viele Teilnehmer, nämlich 2.400, mit, die Zeit
wird für jeden elektronisch genommen, die Listen sind komplett eine
Stunde nach dem Zieleinlauf des Letzten fertig, die Urkunden druckt
sich jeder zu Hause an seinem PC aus und das Beste: die Veranstaltung
ist eine echte Kult-Veranstaltung geworden, die einfach nicht mehr aus
dem sportlichen Leben der Region weg gedacht werden kann. Zum Zeitpunkt
des ersten Silvesterlaufs im Jahre 1979 hätte ein Zukunftsforscher (die
mit den Glas-kugel-Welten, wahlweise unter Wasser oder im Weltall) eine
solche Beschreibung des Laufs 30 Jahre später nicht „utopischer“
vorhersagen können.
Der Silvesterlauf ist in der Regel nicht der Lauf, bei dem
sportliche Spitzenleistungen erbracht werden, weil sich die
Top-Athleten eher in der Winterpause befinden, in der mehr an den
Umfängen als an der Geschwindigkeit gearbeitet wird. Dennoch haben sich
in die Teilnehmer- und Siegerlisten viele bekannte Namen eingetragen.
So gewann 1983 Ralf Salzmann von der LG Frankfurt als der überragende
Marathonläufer Westdeutschlands den Lauf in 28:43 min. auf der alten
Strecke, die wohl eher 9.870 m lang war. Charlotte Teske aus Darmstadt,
das weibliche Gegenstück zu Salzmann, lief auf der neuen Strecke im
Jahr 1986 die zweitbeste jemals beim Silvesterlauf gelaufene Zeit von
33:28 min. Kurt Stenzel, der Deutsche Marathonmeister und heutige
Trainer unserer Leistungsgruppe, hat den Lauf 1985 zusammen mit seinem
Bruder Helmut 1985 (bei Eis und Schnee) in 31:09 min. gewonnen. Beide
liefen eine Wunderkerze gemeinsam haltend über die Ziellinie.
Apropos Stenzel: Der bisher erfolgsreichste Läufer war Helmut
Stenzel vom OSC Hoechst, der den Lauf dreimal gewann (1981, 1984,
1985). Den Platz der erfolgreichsten Läuferin teilen sich zwei
Athletinnen, nämlich die Mittelstrecklerin Uta Eckhardt von Eintracht
Frankfurt, die als A-Jugendliche 1980 das erste Mal gewann und dann
1983, 1985 und 1987, und Petra Wassiluk, die für den ASC Darmstadt
startete (1993, 1994, 1996 und 09.01.2000).
Seit 1994 wird der Lauf für Kinder und Jugendliche unmittelbar vor dem Silvesterlauf ausgetragen. Er erfreut sich großer Beliebtheit mit derzeit etwa 180 Teilnehmern, dennoch wäre zu wünschen, dass sich noch mehr Kinder zur Teilnahme finden. Der Lauf ist etwas für die „Experten-Szene“ bei den Kindern, aber nicht unbedingt Talk of the town.
Natürlich kann man an der Statistik des Silvesterlaufs auch die
Veränderungen in der Welt in diesen Jahren nachvollziehen: Seit 1989
laufen Teilnehmer aus Ostdeutschland mit, die CSSR, aus der der
Streckenrekordhalter kommt, gibt es nicht mehr, der Sieger des Laufs in
1995 kam aus Russland wie zu Dostojewskis Zeiten und nicht mehr aus der
UdSSR und Dank erleichterter Kommunikation und Reisemöglichkeiten
nehmen Läufer aus Kenia an unserem Frankfurter Lauf seit 2005 teil. Ein
Spiegel seiner Zeit wird der Silvesterlauf sicher auch in Zukunft sein.
Zahlen und Sieger31.12.1979 ca. 600 Teilnehmer, Babenhäuser Landstr. Gerhard Köhn LAZ Main-Kinzig 31:40:00 Annemarie Reng uS Schwanheim 43:15:00 31.12.1980 ca. 1.000 Teilnehmer, Babenhäuser Landstr. Peter Spahn TV Wattenscheid 29:55:00 Uta Eckhardt Eintracht Frankfurt 38:20:00 31.12.1981 ca. 700 Teilnehmer, Babenhäuser Landstr., Eis und Schnee Helmut Stenzel OSC Hoechst 31:48:00 Monika Kuno SV Vogt 41:17:00 31.12.1982 ca. 1.000 Teilnehmer, Babenhäuser Landstr. Michael Lederer ASC Darmstadt 29:57:00 Elisabeth Oberlie-Schuh LG Andernach/Neuwied 34:40:00 31.12.1983 1.046 Teilnehmer, Babenhäuser Landstr., Strecke nur 9.870 m lang Ralf Salzmann LG Frankfurt 28:43:00 Uta Eckhardt Eintracht Frankfurt 37:42:00 31.12.1984 ca. 1.400 Teilnehmer, Babenhäuser Landstr. Helmut Stenzel OSC Hoechst 30:04:00 Charlotte Teske ASC Darmstadt 32:57:00 31.12.1985 ca. 1.500 Teilnehmer, Waldstadion, Eis und Schnee Helmut Stenzel und Kurt Stenzel OSC Hoechst 31:09:00 Uta Eckhardt Eintracht Frankfurt 37:11:00 31.12.1986 1.357 Teilnehmer, Waldstadion Richard Przybyla TuS Obernburg 30:19:00 Charlotte Teske ASC Darmstadt 33:28:00 31.12.1987 1.549 Teilnehmer, Waldstadion Helmut Marenholz LG Frankfurt 30:33:00 Uta Eckhardt Eintracht Frankfurt 33:45:00 31.12.1988 2.004 Teilnehmer, Waldstadion, Fernreise für Sieger ausgelobt Herbert Stephan RW Koblenz 29:45:00 Gabi Wolf AV Dortmund 35:23:00 31.12.1989 ca. 2.300 Teilnehmer, Waldstadion, erstmals DDR-Läufer beteiligt, Andreas Rettig aus Leipzig wird Dritter Ivan Uvizl Prag CSSR 29:42:00 Gabi Wolf LAV Dortmund 35:55:00 30.12.1990 ca. 2.000 Teilnehmer, Waldstadion, vier Läufer aus Ost-Berlin auf den Plätzen 2 bis 5 Zdenek Mezulianik SSR 30:02:00 Iris Biba Freigericht 33:04:00 29.12.1991 ca. 1.800 Teilnehmer, Waldstadion, Minusgrade Ulrich Wolf TV Wetter 31:17:00 Sandra Riemann TSV Erfurt 35:16:00 31.12.1992 ca. 2.000 Teilnehmer, Waldstadion, Minusgrade, der 91-jährige Johannes Bruck kommt nach 01:22:23 h ins Ziel Meik Beuter ASC Darmstadt 31:24:00 Garifa Kuku Kasachstan 35:54:00 31.12.1993 über 2.200 Teilnehmer, Waldstadion Vincenzo Leanza SSC Hanau-Rodenbach 30:57:00 Petra Wassiluk ASC Darmstadt 36:36:00 31.12.1994 über 2.000 Teilnehmer, Waldstadion, 1. Schülerlauf Karsten Arndt SSC Hanau-Rodenbach 30:44:00 Petra Wassiluk ASC Darmstadt 35:59:00 29.12.1995 ca. 1.300 Teilnehmer, Waldstadion, 1. deutscher Lauf mit Champion Chip Andrei Kuznetzow Russland 31:21:00 Saskia Jeck ABC Ludwigshafen 38:20:00 29.12.1996 ca. 1.400 Teilnehmer, Waldstadion, Temperatur -10 °C Isaac Kariuki Bayer Dormagen 29:58:00 Petra Wassiluk ASC Darmstadt 34:30:00 28.12.1997 ca. 2.000 Teilnehmer, Waldstadion Klaus Müller LG Bad Soden Neuenhain 31:12:00 Heidrun Vetter TSV Genkingen 34:55:00 31.01.1998 ca. 2000 Teilnehmer, Waldstadion, 20. Silvesterlauf Stefan Wohllebe TV Waldstraße Wiesbaden 31:09:00 Manuela Veith ABC Ludwigshafen 34:31:00 09.01.2000 ca. 1.700 Teilnehmer, Waldstadion, "Lauf ins 21. Jahrhundert" Nick Erhart Spiridon Frankfurt 30:47:00 Petra Wassiluk ASC Darmstadt 35:46:00 31.12.2000 ca. 2.400 Teilnehmer, Waldstadion Christian Weimer FC Dörlenberg 31:51:00 Andrea Byrd ABC Ludwigshafen 35:35:00 30.12.2001 ca. 1.700 Teilnehmer, Waldstadion, letzter Zieleinlauf im Waldstadion, geschlossene Schneedecke Philipp Büttner TSV Friedberg-Fauerbach 32:38:00 Martina Maul LC Offenbach 39:26:00 29.12.2002 2.145 Teilnehmer, vor dem Waldstadion Nick Erhart Spiridon Frankfurt 31:06:00 Alina Schulte LAZ Diez 37:04:00 28.12.2003 2.279 Teilnehmer, Wintersporthalle Gamachu Roba ASC Darmstadt 30:53:00 Veronika Ulrich LG Neu-Isenburg 35:04:00 31.12.2004 2.160 Teilnehmer, Start/Ziel Otto-Fleck-Schneise Sebastian Dehmer TuS Griesheim 30:20:00 Veronika Ulrich LG Neu-Isenburg 35:24:00 31.12.2005 1.454 Teilnehmer, Neue Wintersporthalle, Schneematsch, Strecke wegen eines Vermessungsfehlers nur 9.350 m lang Daniel Chelimo Kenia 30:37:00 Veronika Ulrich LG Neu-Isenburg 33:46:00 31.12.2006 2.068 Teilnehmer, Neue Wintersporthalle Philemon Kipchilat Kenia 30:13:00 Caroline Chepkwony Kenia 33:45:00 30.12.2007 2.032 Teilnehmer, Neue Wintersporthalle Andersen Chirchir Kenia 30:43:00 Mikla Jerotisch und Regina Nguria Kenia 36:38:00 28.12.2008 2196 Teilnehmer, Wintersporthalle bei der Commerzbank-Arena Heiko Baier, LG Fulda 30:41 Simret Restle, LG Eintracht Frankfurt 35:12
27.12.2009 |


