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Spiridons erfolgreicher Start in die Meisterschaftssaison 2007 

Marburg

Frauen verteidigen Teamtitel bei der Hessischen Meisterschaften über 10 KM - Birgitt Bohn Hessische Vize-Meisterin - Ole Nückel mit phantastischer neuer Bestzeit
 
Mit den am 28. April in Marburg durchgeführten Hessischen Meisterschaften über 10 Km fand für einen Teil unserer Leistungsgruppe der erste Wettkampfhöhepunkt des Frühjahrs statt. Für den anderen Teil, der sich auf die anstehenden Deutschen Marathonmeisterschaften konzentriert, bedeuteten diese Meisterschaften acht Tage vor dem Wettkampfhöhepunkt letzte Vorbereitung und Feinschliff. Trainer Kurt Stenzel hatten nicht zuletzt wegen der anhaltenden Hitze allen Mainz-Teilnehmern und Teilnehmerinnen freigestellt, in Marburg zu starten bzw. nicht mit letztem Einsatz zu laufen. So überraschte es nicht, dass das Spiridonaufgebot an der Startlinie deutlich kleiner war als ursprünglich geplant. Im Rückblick können unsere Spiridonis sich allerdings über ein mehr als zufriedenstellendes Gesamtergebnis freuen:

Unsere Frauen konnten den im letzten Jahr an selber Stelle gewonnenen Titel in der Mannschaftswertung erfolgreich verteidigen. Ein etwas überraschender Erfolg, denn zum einen musste die Konkurrenz in diesem Jahr als etwas stärker eingeschätzt werden, und zum anderen war dieser Wettkampf nur für Marloes Penning de Vries und Petra Seibert der Frühjahrshöhepunkt. Für Birgitt Bohn und Anke Holljesiefken hingeben galt es lediglich, einen letzten Tempotest für Mainz zu absolvieren und Kräfte zu sparen.

Leider verhinderte die Hitze ausgerechnet für die mit den größten Ambitionen gestartete Marloes schon sehr früh im Rennen eine neue Bestzeit unter 37 Min. Wie viele ihrer offensiv laufenden Mitstreiterinnen kam auch sie mit den hohen Temperaturen nicht zurecht und musste bereits nach etwas mehr als 2 KM anerkennen, dass die äußeren Bedingungen das gesteckte Ziel nicht zuließen. Letztlich beendete sie das Rennen in 39:01 Min auf Platz 6 und dem 2. Patz in der WHK.

Petra Seibert bewies ihre sehr gute Form und zeigte sich hitzeresistent. Mit 42:47 Min blieb sie nicht weit entfernt von ihrer eigenen Bestzeit und landete auf Platz 21. Dem überraschenden Schlusssprint der in ihrer AK späteren Zweitplatzierten musste sie sich zwar leider geschlagen geben, mit 2 Sekunden Rückstand erreichte sie immerhin einen schönen dritten Platz in der W45.

Einen unerwarteten Erfolg erlief Birgitt. Noch unmittelbar vor dem Start ohne genaue Vorstellung, welches Tempo sie letztlich anpeilen sollte, lief sie ein kontrolliertes gleichmäßiges Rennen. Nach der Hälfte hatte sie sich damit bereits von Platz 8 auf Platz 2 verbessert und verteidigte diesen Platz hinter der späteren Siegerin und deutschen Marathonmeisterin von 2000 und 2004, Ines Cronjäger (36:59 Min), bis ins Ziel, das sie in 37:42 Min erreichte. Birgitt strahlte über den schönen Erfolg und die Lockerheit, mit der sie das Rennen absolviert hatte. In ihrer AK W35 holte sie sich zusätzlich den Meistertitel.

Dritte im Team der Hessenmeisterinnen war Anke, die sich nach den harten Wochen der Marathonvorbereitung und den herrschenden Temperaturen dazu entschlossen hatte, sich zu schonen. Sie lief in 39:24 Min. als 8. Frau ins Ziel und komplettierte damit den Teamerfolg. In ihrer AK W30 reichte dies immerhin für einen 2. Platz.

Noch kleiner als bei den Frauen war das Spiridonaufgebot bei den Männern, die lediglich zu dritt am Start standen. Dieses konnte im Vergleich zum Vorjahr aber eine verbesserte Erfolgsbilanz aufweisen. Bis auf Dennis Gutenstein hatten alle Mainz-Läufer auf einen Start verzichtet, machten sich jedoch stattdessen vor als Supporter nützlich. Dennis nutzte den Wettkampf als letzte Gelegenheit das Marathontempo zu trainieren und verband dies mit einem seiner inzwischen stark gefragten Pacemakerdienste, von denen diesmal Ole Nückel erfolgreich profitierte. Daneben startete Dirk Busch, unser stärkster Läufer über die kürzeren Langstrecken. Sowohl Dirk als auch Ole hatten vor allem eine neue Bestzeit im Visier.

Für Ole war das Rennen ein voller Erfolg. Das gesteckte Ziel von 35:50 erwies sich schon sehr früh als konservativ. Mit Dennis als Pacemaker an seiner Seite wirkte er nach 5 KM und einer Durchgangszeit von 17:33 noch frisch, und so hielt Dennis das Tempo weiter hoch. Spätestens bei Km 8 war klar, dass eine Zeit unter 35:30 möglich war. Mit starkem Willen und auch zunehmend verbaler Unterstützung durch Dennis zog Ole die letzten beiden KM durch und erreichte das Ziel in hervorragenden 35:17 Min. Sein starkes Finish hatte ihn auf den letzten beiden KM um mindestens 10 Plätze nach vorne und auf den 32. Gesamtplatz gebracht. In der MHK bedeutete dies Platz 13.

Dennis lief vier Sekunden später auf Platz 33 (M30 Platz 5) locker und ohne größere Anstrengung ins Ziel. Neben erfolgreichen Pacemakerdiensten zeigte er damit erneut für Mainz eine sehr starke Form.

Nicht ganz so erfolgreich verlief das Rennen für Dirk. Als größter Gegner erwies sich für ihn die Hitze. Trotz entsprechend verhaltenem Start musste er auf den letzten 3 KM das Tempo mehr und mehr reduzieren. So kam er in einer für ihn eher aus den Rahmen fallenden Zeit von 33:48 Min. ins Ziel und landete wie im Vorjahr auf Platz 13 (MHK Platz 8). In der Teamwertung konnten sich die Männer mit Platz 7 im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz nach oben arbeiten.

Ein Erfolg für sich war das Auftreten als Team: Alle Spiridonis unterstützten sich gegenseitig nach besten Kräften, reichten das dringend benötigte Wasser und feuerten lautstark an. Vorneweg Trainer Kurt Stenzel, der überraschend kurz vor dem Start des ersten Rennens auftauchte, um zunächst seine beiden Söhne Yannick und Jakob über 5 KM und später auch unsere Frauen zu unterstützen. Freuen durfte er sich im Anschluss über die hervorragenden Ergebnisse seiner beiden Sprösslinge: Yannick lief in seiner AK M15 in 17:32 Min auf Platz 2., der erst 13-jährige Jakob glänzte mit einem Sieg in der M14 in 18:02 Min.

Für die in einer Woche stattfindenden Deutschen Marathonmeisterschaften ist Spiridon auf dem richtigen Weg und muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken.

[Torsten Sigmund