Unser schnellster Läufer über 10 km kämpft im Dreiländer-Cup um den Gesamtsieg. Die zweite Etappe war der 20. Grünstadter Stadtlauf.  Hier der ganz persönliche Bericht von Dirk.

Etwas unschlüssig über meine aktuelle Form stand ich nun beim Grünstadter Stadtlauf an der Startlinie. Dieser ist Teil des Drei-Länder-Laufcups, einer schönen Laufserie, bei der ich 2006 schon einmal am Start war. Die Temperaturen lagen um die 20 Grad, also aus Läufersicht noch im grünen Bereich, nur ein leichter, teils böiger Wind konnte hinderlich werden. Der Stadtlauf ging dieses Jahr nicht mehr über zwei flachen 5km-Runden durch die Stadt, sondern wegen Baumaßnahmen in der Fußgängerzone durch die angrenzenden Weinberge nach Klein-Karlbach und über Kirchheim wieder zurück nach Grünstadt. Da meine Verwandtschaft aus der Region kommt, wusste ich schon vor dem Start, dass das eine sehr hügelige Angelegenheit werden sollte. Als Ziel setzte ich mir eine hohe 32er Zeit auf der selektiven, vermessenen und bestenlistenfähigen Strecke.

Pünktlich um 17:30 Uhr fiel der Startschuss und schon auf den ersten 500 leicht ansteigenden Metern setzte sich eine 3er-Führungsgruppe bestehend aus Patrick Klein, Luca Bongiovanni, der mich im Frühjahr beim Mathaisemarktlauf in Schriesheim schon geschlagen hatte, und mir vom restlichen Feld ab. In der direkten Verfolgung formierten sich Rafael Bender und Udo Bölts. Die ersten beiden Kilometer führten mit leichtem Gegenwind durch ein Wohngebiet aus der Stadt raus. Nach einigen Führungswechseln übernahm ich kurz vor km 2 bei einem ersten kurzen aber knackigen Anstieg die Führung, Patrick musste abreißen lassen, aber Luca blieb direkt an mir dran. Auf dem dritten welligen Kilometer hielt ich das Tempo hoch, konnte mich aber nicht absetzen. Die Uhr zeigte hier eine 9:27, also immerhin ein 3:09er Schnitt. Doch jetzt ging es erst richtig los, der vierte km zog sich langsam aber merklich einen Hügel hoch und wir erreichten kurz vor km 4 den höchsten Punkt der Strecke. Mit 3:19 war der vierte Kilometer dann auch deutlich langsamer. Doch jetzt ging es erstmal einige Hundertmeter steil bergab, leider so steil, dass man fast bremsen musste und sich der Zeitgewinn in Grenzen halten sollte, trotzdem versuchte ich es so schnell laufen zu lassen wie es nur ging. Luca war weiterhin nicht abzuschütteln, wir passierten die Hälfte der Strecke in 15:47 (3:03 für den letzten Kilometer). Ging da heute doch was, der schwierigste Teil der Strecke sollte zwar noch kommen, aber ich fühlte mich immer noch gut und bemühte mich auf den nächsten beiden flachen bzw. ganz leicht abschüssigen Kilometern um eine hohes Tempo, was mit 3:12 und 3:10 auch gelang. Kurz vor km7 lies Luca leicht reißen und ich konnte mich langsam absetzen, doch am tiefsten Punkt angelangt kam jetzt der anspruchsvollste Teil der Strecke. Einen km ging es stetig und merklich bergan. Durch die guten Zwischenzeit bei km 7 (22:09, was einem 3:10er Schnitt entspricht) beflügelt, gab ich an dem Berg alles ohne zu Wissen ob ich jetzt nicht doch total überziehen würde. Der achte Kilometer ging mit 3:29 weg, also nur 20s verloren, da ging noch was dachte ich mir und drückte weiter aufs Tempo. Leider ging es erstmal weiter bergan, doch das Ende des Anstiegs war nicht mehr weit und bald erreicht. Im Flachen versuchte ich jetzt sofort das Tempo wieder hochzuziehen, was mit dem ganzen Laktat in den Beinen schwer fiel und die nächsten Wellen, die sich jetzt wie harte Rampen anfühlten, warteten schon. Zum Glück gab es jetzt bis zum Ziel leichten Mitwind, km 9 passierte ich mit einer 3:16 und die Uhr zeigte 28:54. Wahnsinn, das könnte sogar noch unter 32min gehen, ich mobilisierte alle Reserven, die die Berge überlebt hatten und war eigentlich schon 500m vor dem Ziel total platt. Euphorisiert von den Zuschauern und der super Zeit kämpfte ich weiter und hielt mein Tempo. Die letzten leicht abschüssigen Meter konnte ich nochmals beschleunigen und erreichte in 31:49 das Ziel. 2:55 für den letzten Kilometer, das war schon mal neuer Rekord. Und auch die Endzeit war trotz der 80 Höhenmeter, die mir meine Polaruhr ausgab, die zweitschnellste, die ich je gelaufen bin. Nur auf der flachen Karlsruher DM Strecke war ich letztes Jahr 16s schneller. Das hätte ich so nicht erwartet und was wäre da heute auf einer flachen Strecke drin gewesen?

In der Drei-Länder-Laufcup Serie liege ich nun mit 7s Vorsprung vor Dominik Burkhardt und 49s vor Luca auf dem ersten Platz. Am 13. Juni geht es dann beim Brundtland Citylauf in Viernheim in die nächste Runde.

[Dirk Busch]