Dirk Busch, Spiridons schnellster 10 km-Läufer, ist in bestechender Form. Dies bewies er auch über die für Langstreckler schon fast als Sprintdistanz zu bezeichnende Mittelstrecke von 3000 m beim Abendsportfest in Wiesbaden. Dabei hängte er sogar Deutschlands zur Zeit schnellste Mittelstrecklerin Sabrina Mockenhaupt ab. Hier sein eindrucksvoller Bericht.

Relativ spontan habe ich mich für einen Start beim Abendsportfest der Waldstraße Wiesbaden über 3000m entschieden. Da ich diese Distanz zuletzt zu Schulzeiten gelaufen bin, fiel mir die Einschätzung des Lauftempos sehr schwer. Zudem hatte ich diese Woche viel trainiert, stand also nicht ganz frisch an der Startlinie. Steffnys Laufzeitenrechner prognostizierte mir auf Basis meiner 10km Bestzeit von 31:33 eine Endzeit von 8:50, aber konnte ich als Langstreckler wirklich einen Kilometerschnitt von 2:57 laufen und das noch aus vollem Training? Sabrina Mockenhaupt, die mit der Zielzeit 8:44 (gleichbedeutend mit persönlicher Bestzeit) gemeldet hatte, war mit Ihrem Pacemaker am Start. Perfekt, dachte ich mir, da bleibe ich erst mal im Windschatten der beiden, was angesichts des Gegenwinds auf der Gegengerade sinnvoll erschien.

Pünktlich um 20:15 Uhr fiel der Startschuss, ich sortierte mich relativ weit hinten im Feld ein und lief wie geplant hinter „Mocki“ und Ihrem Pacemaker her. Die ersten 400m liefen sehr locker, allerdings waren 72 Sek. für die erste Runde auch ernüchternd und 2 Sek. zu langsam. Sofort gab ich meinen Plan auf und setzte mich nach vorne ab, um die nächsten Runden in 70 Sek. zu absolvieren und das Feld von hinten aufzurollen. Auf der Gegengerade musste ich leider immer alleine gegen den Wind laufen. Nach 1000 m zeigte die Uhr 2:57 Min. und ich fühlte mich sehr gut. Also beschleunigte ich nochmals leicht, immer die Tipps eines Kollegen und Mittelstrecklers im Kopf, dass ich mich möglichst lange zurückhalten soll, um zum Schluss nicht einzugehen. Bei 2000 m lief ich nach 5:50 Min. durch (2:53 für den zweiten km). Die auf Rang 2 und 3 liegenden Läufer waren nur noch ca. 25m vor mir. Also nochmal zulegen und die nächste Runde in 68 Sek. laufen. So kamen die zwei  immer näher. Eingangs der Schlussrunde hatte ich die beiden eingeholt, doch hier setzten beide zum Endspurt an. Ich konnte zwar mithalten, aber nicht vorbeiziehen. Beine und auch Arme waren nun voll mit Laktat und ich fürchtete doch noch „Stehen zu bleiben“, aber dann ging es auch schon auf die letzten 100 m. Ich musste alles geben um das Tempo konstant hoch zu halten, die beiden Läufer vor mir konnte ich leider nicht mehr überholen, aber nach einer Schlussrunde in 67 Sek. blieb die Uhr nach 3000 m bei 8:39 Min. auf Platz 4 stehen (2:53er Schnitt). Unglaublich, damit hatte ich nicht gerechnet und zugleich bewiesen, dass auch Langstreckler ohne spezifisches Training gute 3000m laufen können!

Dirk Busch