Dennis Gutenstein wird in der Mixed-Staffel des Kinderhospizes Bärenherz Europameister, Kai Gilbert und Sven Pommerenke lösen das Ticket für die IRONMAN 70.3 World Championship in Clearwater/Florida. 

Der Ironman 70.3 in Wiesbaden am 15. August hat mit starker Spiridon Beteiligung statt gefunden. Es herrschte nicht Sonne pur, wie auf den Bildern, die wir von Florida, Clearwater, dem Austragungsort der inoffiziellen Halbdistanz Weltmeisterschaft, her kennen, sondern "Sommer in Hessen 2010". Ungefiltert die Berichte einiger unserer Teilnehmer, die einen sehr schönen Eindruck vermitteln.

Dennis Gutenstein wird in der Mixed-Staffel des Kinderhospizes Bärenherz Europameister

Unter dem Namen "Team Bärenherz" nahmen bereits im Vorjahr einige Triathleten am Halbironman in Wiesbaden am 15. August teil und unterstützten damit eine Benefizaktion für das Kinderhospiz. Die Bärenherz Stiftung unterstützt Familien mit Kindern die unheilbar erkrankt sind und nur noch eine geringe Lebenserwartung haben.

In diesem Jahr sollte eine topbesetzte Mixed-Staffel den Sieg davontragen. Neben der Schwimmerin Cathleen Großmann (3. Platz Olympische Spiele 1996, mehrfache Deutsche Meisterin) und dem Profi-Radfahrer Björn Glasner (Team KUOTA-SENGES) sollte das Team ursprünglich durch den Läufer Stefan Wohllebe (Deutscher Meister im Berglauf 1999) komplettiert werden. Als dieser kurzfristig erkrankte, wandte sich der Organisator der Benefizaktion bei seiner verzweifelten Suche nach Ersatz auch an Spiridon Frankfurt. Spontan erklärte sich Dennis Gutenstein bereit, den ausgefallenen Läufer zu ersetzen und rettete damit nicht nur zwei Tage vor dem Wettkampftermin den Start des Teams, sondern verhalf ihm mit einer hervorragenden Halbmarathonzeit auch zum Sieg.

Pünktlich zum Start regnete es wie aus Kübeln – und das sollte sich leider auch über die gesamte Renndauer nicht ändern. Nachdem Björn Glaser an diesem Tag die zweitschnellste Rad-Staffelzeit abgeliefert hatte, übergab er die Startnummer für den anschließenden Halbmarathon an Dennis. Die Strecke verlief über vier profilierte und durch den Regen völlig aufgeweichte Runden durch den Wiesbadener Kurpark und anschließend über die Wilhelmstraße. Bemerkenswert war, dass die Stimmung am Streckenrand trotz der widrigen äußeren Bedingungen grandios war. Dennis konnte sich trotz der geringen Vorbereitungszeit am Ende des Rennens über eine Zeit von 1:15 und vor allem den Europameister-Titel in der Mixed Staffel freuen.

Auch in der Männerstaffelwertung gingen Platz 1 bis 3 an die Bärenherz-Stifung, die insgesamt mit 14 Teams an der Veranstaltung teilnahm. Der größte Gewinner der Benefizaktion war aber das Kinderhospiz, das sich über weitere Spendeneingänge freuen durfte.

Informationen zu den Spendemöglichkeiten an die Stiftung Bärenherz findet Ihr hier.

Ergebnisliste

[Birgitt Bohn, Dennis Gutenstein]

2010_70_3_wiesbaden_12010_70_3_wiesbaden_2






Frank Poggendorff

Vorab, das Wetter war eine absolute Katastrophe, vor dem Start war schon alles klitschnass.
Radfahren bei 12-14 Grad ist auch kein Vergnügen (hatte Thermometer am Tacho), aber nun der Reihe nach.

Bin in der Elite um 8 Uhr gestartet, war für mich auch mal ganz interessant, direkt hinter den Profis zu starten.
Beim Start ging auch alles glatt, Prügelei hielt sich in Grenzen, mir macht das auch nix aus im engen Körperkontakt zu schwimmen.
Bei der Wendemarke hatte ich 00:14:20 Min. auf der Uhr, leider reichte es aber doch nicht die 30 Min. zu knacken.
Dennoch mit 00:31:00 meine Bestzeit in Wiesbaden.

Rad bin ich mit Carbon-Felgen bei der nassen, bergigen Strecke sehr vorsichtig gefahren, 3:20 geht für mich auch in Ordnung.

Laufen war mit 2:04 eine Katastrophe. Mir hat klar die Grundlagenausdauer gefehlt. Das war ca. 15 Min. zu langsam.
Mit ca. 12 Wochen Vorbereitung 1.800 Rad-km und 450 Lauf-Km darf ich mich aber auch nicht wundern, das ist zu wenig für mich.

Daher bin ich insgesamt mit 06:03 zufrieden, zumal ich in den Wechseln deutlich schneller war als sonst.
Traurig ist die Mitteilung über den Tod eines Staffelteilnehmers. Diese Nachricht, habe ich erst nach dem Wettkampf erfahren.

Juliane Fröbisch

Als wir morgens aus dem Shuttle Bus stiegen war klar: Das hört so schnell nicht mehr auf. Es regnete so heftig, dass sehr viele Frauen, aber auch einige Männer den Start spontan cancelten.

Auch ich hatte für mich den Tag als Zuschauer geplant, als mich dann spontan doch der Ehrgeiz packte. Kurz vor dem Start raffte ich einige Dinge zusammen und änderte meine Pläne. Der See (gemeint der Schiersteiner Hafen. Ja, sie war bei der richtigen Veranstaltung !) war warm und somit die harmloseste aller Disziplinen. Voll mit Pflanzen schwamm ich mit meinem mageren Training nur 36min, sammelte aber noch einige aus der "Elite" Gruppe direkt vor uns ein.

Durch die schlechte Vorbereitung wechselte ich über 4 Minuten, da ich weder aus den Sachen raus noch wieder in Trikot oder Armlinge reinkam. 10m nach dem Wechsel aufs Rad verlor ich meine Trinkflasche, die mir aus den Händen glitt. Jedoch liefen die ersten 20km auf dem Rad super, bis Kälte, Regen und mangelnde Motivation ihren Tribut forderten. Die Abfahrten konnten aufgrund der Sturzbäche von oben und unten keine Zeit gutmachen, sodass ich mit 3.24 in T2 vorsichtig einfuhr. Hier verbrauchte ich ebenfalls endlos Zeit beim Wechsel, da ich nur Kompressionssocken dabei hatte und diese überhaupt nicht über die völlig aufgeweichte Haut bekam. Auf der Laufstrecke merkte ich, dass ich mit meiner besten Disziplin heute nicht mehr rausholen konnte. Kraftlos und mit schmerzenden Beinen quälte ich mich Runde um Runde. Am Ende wurden es hier auch nur 1.51.

Unterm Strich bin ich froh, dass alles gut ging, denn unterwegs sah ich viele ihre Räder flicken. Gesamt brachte es mir eine 5.59.33 und die Erkenntnis, dass Wiesbaden einer besonderen Vorbereitung bedarf.

Auch ich bedauere den Unfall im See und alle weiteren Stürze, die leider an diesem Tag passiert sind.

Kai Gilbert

Hey, ja das war ja mal ein Wettkampf der anderen Art! :-) Im Startbereich wollte ich eigentlich schon zusammen packen, habe dann aber doch den Entschluss gefasst es durchzuziehen.

Ich hatte alle Zeit der Welt und musste erst um 9:05 ran. Ich fühlte mich gut und war gesund, ganz anders als noch vor 6 Wochen in FFM!

Das Schwimmen war zwar eklig aber doch dann nach 36 min vorbei, nicht gut, aber auch keine Katastrophe.

Auf dem Rad ging es trotz der schwierigen Verhältnisse super und ich bin mit 2:56 eine sehr gute Runde gefahren.
Die Strecke war hier schon sehr voll, was aber auf der Laufstrecke noch viel schlimmer wurde, Wiesbaden ist sicherlich an der Grenze zur maximalen Teilnehmerzahl angekommen!

Beim Wechsel eins und zwei habe ich zwar viel Zeit liegen lassen, andere, z.B. Andi, waren hier 4 Minuten schneller, aber dafür ging das Laufen recht gut. Es war leider viel zu voll auf der Laufstrecke, was noch zu dem schlammigen Untergrund dazu kam. Bin ständig Slalom um meine Mitstreiter gelaufen und war froh, dass das Ganze dann nach 1:33 geschafft war. Endzeit 5:14:08 und der 22 Platz in der AK 45 waren der Lohn. Als Bonbon gab es dann noch den Slot für Clearwater :-)

Freue mich auf die Woche und den Saisonausklang in dem warmen und sonnigem Florida.

Gruß, Kai

Andreas Klause, Regen- und Schlammschlacht in Wiesbaden beim Ironman 70.3

Zum 3. mal ging ich gestern in Wiesbaden an den Start auf die Halbe IM Distanz. Die Wettervorhersage für den Wettkampftag versprach schon im Voraus nichts Gutes.

Der Rad-Check-In am Samstag ging bei schönem Wetter im Schiersteiner Hafen reibungslos vonstatten und ich glaube die meisten Atlethen konnten sich nicht vorstellen, dass das Wetter über Nacht eine drastische Änderung vollziehen könnte.

Am Sonntag wurden dann aber beim Vorbereiten der Rennräder in der Wechselzone am Schiersteiner Hafen die schlimmsten Erwartungen an das Wetter übertroffen. Es regnete wie aus Eimern und als ich im Umkleidezelt meinen Schwimmneoprenanzug anzog, zuckten draußen (ca. 40 Minuten vor dem Start) Blitze und es begann zu donnern. Viele Atlethen fragen sich, ob bei diesen Bedingungen ein Start überhaupt möglich sei. Einige Frauen und auch Männer zogen es vor nicht zu starten. Das Gewitter legte sich nach und nach und ich konnte pünktlich um 8 Uhr in der ersten Startgruppe mit ca. 450 weiteren Atlethen auf die 1,9 km lange Schwimmstrecke gehen.

Im Wasser trieben Grünpflanzen und kleine Äste, was das Schwimmen am Anfang etwas unruhig gestaltete. Ich fand dann in meinen Rythmus und konnte nach der Wendeboje auf den letzten 1000 Metern das Tempo leicht steigern.

Der Wechsel aufs Rad war dann wieder verregnet und die Brille, die am Rad deponiert war, erwies sich nicht als Sehhilfe, sondern eher als Sehhindernis. Also fuhr ich die ersten Kilometer ohne diese. Der Regen nahm auf der Strecke ständig zu und auf vielen Abfahrten war wegen des starken Regens kein normales "Rennradfahren" möglich. Zusätzlich wurde es natürlich sehr kalt (gefühlte 5°C), da auf den langen Abfahrten im Wald kaum Pedaleinsätze angesagt waren. Ich musste teilweise stärker bremsen, da mein Rad durch meine Zitterbewegungen sehr unstabil wurde (kannte ich so noch nicht).

Viele Zuschauer hat es bei diesem Wetter nicht an die Strecke geholt, die paar Wenigen haben trotz allem für gute, bzw. bessere Stimmung gesorgt. Am "Hammer" in Oberlibbach hat dann auch mit meinem Schwiegervater Ralf Spiegler und seiner Lebensgefährtin eine Abordnung der Fangruppe der SG Druckerei Spiegler dafür gesorgt, dass die letzten Kilometer vor Wiesbaden nochmal richtig "reingetreten" wurde.

Zur Ankunft in der 2. Wechselzone zum Laufen regnete es immer noch und ich hatte massive Probleme die Laufschuhe an die ziemlich eingefrorenen Füße zu bekommen. Die 4 Laufrunden á 5 km durch den Kurpark bin ich auf der ersten Hälfte wegen meinem noch tauben linken Fuß etwas langsamer angegangen, um dann ab ca. KM 12 oder 14 wieder mit vollem Gefühl in den Füßen das Tempo etwas zu steigern. Die Wege im Kurpark waren teilweise eine einzige Pfützenlandschaft und dementsprechend sahen später meine Schuhe und Beine aus.

Mit dem Gesamtergebnis von 5:14 Std. (2009 benötigte ich 5:16) bin ich angesichts der Umstände sehr zufrieden und werde meine Vorbereitung für Hawaii konsequent fortsetzen.

swim 33:50,6 WZ 2:42,2 bike 2:57:55,7 WZ 1:38:11,3 run 1:38:11,3 Gesamt 5:14:41,9 AK Platz 23 Gesamtplatz 237

Sven Pommerenke, der 13.11.2010 ruft.

Nachdem schon viel über das Wetter berichtet wurde, hier noch einige andere Aspekte und Sichtweisen.

Ich startete nach 2008 (5:53 :-( Zielzeit) zum zweiten Mal hier in Wiesbaden. Da ich zur Anmeldung bei Qualifikation „Ja“ angekreuzt hatte, hatte ich das deutlich im Hinterkopf.

Mein Ziel 5:20.

Ja, es hat ständig wie aus Eimern geschüttet und Nebel gab es neben der Kälte auch, aber irgendwie habe ich das gut ausblenden können. Mein Rennen ist super gelaufen. All meine Meilensteine konnte ich tatsächlich halten und beim Laufen übertreffen.

Nach 40 Minuten auf dem Rad sitzen, Radzeit 2 Std. 55 und dann noch eine bessere Zeit beim Lauf (1:39:59). In Summe eine 5:16. Ja, damit wollte ich dann auch nach Clearwater.

Ich hatte mir zumindest im Vorfeld darüber Gedanken gemacht, ob ich theoretisch als z. B. 210ter meiner Altersklasse aufgrund von wenig Interesse an der Teilnahme all der vor mir Plazierten zur WM wollte. Das war dann aber nicht mehr wichtig.

Nach meinem Zieleinlauf

die 1. Überraschung:

Ich startete bereits um 8:00 Uhr morgens mit den Profis in der Altersklasse Elite (und ich bin da drin hihi). Im Ziel nach dem duschen, einer Massge und einem ersten Snack, holte ich mir mein Shirt, die Medaille und die Urkunde.

Wow, 21. in der AK M 40, super. Da war ich schon ein wenig stolz. Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das Hauptfeld startete ja erst um 9:15 Uhr. Und ich holte die Urkunde anscheinend so früh, dass aus diesem Feld nochmal 12 schneller waren als ich. Letztendlich wurde ich so nur 33ster in der AK M 40.

die 2. Überraschung:

Im Raceinfo stand 18:00 Uhr Siegerehrung und Slotvergabe, 18:30 Helferparty. Ich war schon überrascht, dass das so schnell gehen soll. Aber es war ja bereits die 4. Veranstaltung und die werden schon wissen, wie man das hin bekommt. Ich hatte mich allerdings gefreut, da ich so noch etwas Entspannung zu Hause bekommen würde.

Nun, sie kriegen es nicht hin und hatten das auch wohl nie geplant. Ich kam dann endlich gegen 21:00 Uhr los nach Hause. Die Helferparty fand woanders statt ;-)

Die 3. Überraschung:

Nachdem sowohl der 1., der 2. und der 3. in der M 40 ihren Startpaltz angenommen hatten und der 4. und 5. nicht anwesend waren, hat der Moderator alle dieser Altersklasse, die nach Clearwater wollten, auf die Bühne gebeten. Dort mußte man seinen Namen und seinen Platz nennen. Dabei bekam ich mit, wie Zahlen wie 8, 11, 18, 19 fielen und ich bekam zum ersten Mal nach dem Zieleinlauf Sorgen, dass dieses Jahr alles anders ist und fast jeder der Gutplazierten mit will. Ich machs kurz: Ich bekam den 9ten von 12 Startplätzen. Aber es war tatsächlich anders dieses Jahr. Der letzte Startplatz ging an die Zielzeit 5:26. In 2009 fuhr neben einer 5:56 und einer 5:59, sogar eine 6:17 mit nach Florida.

Übrigens:

Aktuell steht auf der Seite (http://www.ironman703.de/) , dass in 2011 nur noch insgesamt 50 Plätze vergeben werden.